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Written on: 04.08.2016 13:46  by Marcello Biondo

Junioren D: Giesse-Cup 2015 - Eindrücke

15./16.05.2015
Junioren D: Giesse-Cup 2015 - Eindrücke
Nach dem Gruppensieg am regionalen Giesse-Cup Qualifikationsturnier im März freute sich unser aus Db- und Da-Spielern zusammengewürfelte Team auf die Teilnahme am Internationalen Giesse-Cup Turnier vom 15./16. Mai 2015 in Münsingen. Alle waren etwas nervös und gespannt auf das Zusammentreffen mit Top-Teams wie BSC YB, FC St. Gallen, FC Thun, Auswahlmannschaften aus der Region und Teilnehmern aus Holland, Luxemburg und Deutschland.
 
Freitag, 15.05.2015
Angesagt sind ein paar Wolkenbrüche um 10 und 12 Uhr. Leider haben die Wolken die Uhr vergessen. Um die Zeiten sicher zu treffen, entladen sie sich fortwährend. Die Temperaturvorhersage von winterlichen 6-8 Grad wird hingegen genau getroffen. Unsere Spieler sind aber unverbesserliche Optimisten. Sie stellen sich Gegnern, Regen und Kälte mehrheitlich in Kurzarm-Shirt/kurzen Hosen. Einzelne hören – nicht ohne ihren Missmut breitzuschlagen - auf den Rat von Eltern und Trainer und ziehen widerwillig Thermoshirt und –hosen an. Dies hilft gegen die Kälte bis nach 5 Minuten alles durchnässt ist. Die Umkleidekabine will nach dem ersten Spiel niemand mehr so schnell verlassen. Die Heizung läuft auf Hochtouren, wie auch der kleine mitgebrachte Reiseföhn. Der Rhythmus ist gegeben: Spielen-Kabine-Spielen-Kabine, zwischendrin Mittagessen. „Ihr seid 'Bire', bei diesem Wetter ohne Regenjacke, ohne Ersatzkleider, ohne Unterzieher, ohne Ersatzsocken“, entfährt es mir. „Komm rüber, erzähl das auch meinen Jungs“, das ist der St. Gallen-Trainer, eine Kabine weiter. Auch sie nutzen jeden Haken, um in den Spielpausen die Kleider etwas abtropfen zu lassen.
 
Zu Beginn sind die Spieler hochmütig und überzeugt von ihrer Kleiderwahl - nach zwei Spielen fangen die ersten Klagen an. Darauf bin ich vorbereitet: „Der Rasen ist für alle ein Sumpf, das Wetter ist für alle gleich, alle haben gleich kalt.“ Diese Sprüche habe ich als Junior von meinem damaligen Trainer gelernt. Langfristig haben sie bei mir gewirkt. Kurzfristig hilft das nicht gegen widrige Umstände, aber sie bremsen das wehleidige Klagen. 
 
Jim, unseren Torhüter, Witzbold und Sonnenschein habe ich noch nie so klein und ernst in einem Tor stehen gesehen. Durchnässt, unterkühlt, in den grossen, 2.30m breiteren Toren, verliert er viel an Mut und erwischte einen schlechten Tag, wie auch einige der Spieler. Vier, fünf Spiele verlieren wir knapp oder spielen Unentschieden - unnötig. Es sind stärker gesetzte Gegner: Team Oberaargau Emmental, FC Thun Aare Chisetau, Team Bern West, SC Binningen. Überraschend bestimmen wir das Spiel. Ärgerlich! Eine Unkonzentriertheit, ein einziger Schuss aufs Tor in einem ganzen Spiel, ein Fehlentscheid und schon ist unser Aufwand zunichte gemacht. Fussball kann manchmal ungerecht sein, aber so oft? Es gibt auch klare Spiele: BSC Young Boys - besser als wir, aber nicht beeindruckend - 0:3; US Rumelange aus Luxemburg - unser Mittelfeld bricht auseinander, eine hohe 2:6 Schlappe. FC St. Gallen – eine andere Liga, zu schnell, zu komplex, eindeutig die besten - 1:4. Zum Schluss des Tages haben wir für einmal Glück mit dem 0:0 gegen Ostermundigen, unserem Garderobennachbarn. Sie fahren die besseren Angriffe, treffen zweimal den Pfosten und knapp daneben.
 
Da liegt mehr drin, bin ich überzeugt. Die Db-Spieler fallen zu stark ab, der Torhüter ist zu verunsichert. Grübeln, grübeln - mehr Verantwortung für die Db-Spieler, mehr Aufmunterung und Einspielen für den Goali und schönes Wetter! Das muss am nächsten Tag her, überlege ich mir am Abend.
 
Samstag, 16.05.2015
Das Wetter stimmt. Lustig ist es, zu sehen, wie jetzt viele mit Thermounterwäsche antraben, obwohl es über 20 Grad wird.
 
Wir spielen im Wechsel ein Spiel v.a. mit Da- und ein Spiel mit allen Db-Spielern. Das passt. Das gut platzierte Worb (Promotion) schlägt uns 0:1, aber ein ausgeglichenes Resultat wäre gerecht gewesen. Deren starker Torhüter holt die Bälle zweimal vor fast vollendetem Tor.  Ähnliches gilt für FC Thun Stadt, 2:3 für Thun, in letzter Sekunde. Gegen das holländische Roosendaal und den Deutschen aus Freudenstadt (die nahmen wohl Wachstumshormone) ergeben sich knappe Niederlagen. Das Glück ist uns auch heute nicht gut gesinnt. Ich wünsche dem Team endlich ein positives Resultat! Es klappt gegen den Heimklub FC Münsingen/Rubigen, 3:0 mit wunderschönen Toren. Leider ist der Preis hoch. Oli unsere Mittelfelddrehscheibe erleidet wegen eines hohen Beins einen Nasenbeinbruch und muss in den Notfall gebracht werden. Auf unsere Begegnungen mit Muri-Gümligen liegt ein Fluch. Ob am Hallenturnier, in der Meisterschaft oder hier am Giesse Cup, wir trennen uns Unentschieden, diesmal 0:0. Auch diesmal hatten wir mehr Spielanteile. Gegen den späteren Finalisten, Team Naters Oberwallis missglückt der Start und es sind schnell drei Tore kassiert. Dann bringen wir die Situation in den Griff, gehen mit gleicher Härte gegen die schnellen Oberwalliser vor, können aber das Resultat nur noch halten.
 
Dominik Schluep, der Co-Trainer des Db begleitet uns am zweiten Tag. Seine Zurufe auf der anderen Seite des Feldes treiben unsere Spieler an. Seine taktischen Tipps geben Rückhalt und Verständnis für das Vorgehen der guten Mannschaften. Eins und eins gibt hier drei.
St. Gallen hat übrigens das Turnier gewonnen. Unser Eindruck war richtig.
 
Fazit
• Vierzehnte von sechzehn Mannschaften widerspiegelt die Leistung des Teams schlecht. Ab dem fünften Rang waren die Mannschaften auf einem ähnlichen Niveau und wir mittendrin.
• In diversen Situationen fehlte einigen Spielern noch etwas Biss, Wille und Überzeugung. Hier können wir uns steigern. 
• Wir haben, mich eingeschlossen viel erlebt und gelernt.
 
Ergebnisse: http://www.fcmuensingen.ch/ligamgmt/lmo.php?file=GiesseCup2015.l98&action=results
Resultate SC Wohlensee: http://www.fcmuensingen.ch/ligamgmt/lmo.php?action=program&file=GiesseCup2015.l98&selteam=7